ObjektQuartier am Grünen Weg, Köln-Ehrenfeld
BauherrGAG Immobilien AG, Köln
ArchitektenASTOC Architects and Planners, Köln
Lorber Paul Architekten, Köln
Molestina Architekten, Köln
Landschaftsarchitektenscape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
Ingenieure/FachplanerAWD Ingenieurgesellschaft mbH, Köln
FassadeFassadendämmsystem Alprotect Quattro
Ausführung FassadeHÜMA Hochbau GmbH, Frechen

Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld entstand auf einer ehemaligen Industriebrache das Quartier am Grünen Weg. Mit dem Ensemble schaffte die GAG Immobilien AG dringend benötigten Wohnraum in der Stadt und setzte neue Impulse für die weitere Entwicklung des Quartiers.

Areal mit Potenzial

Eine städtebauliche Studie des Kölner Büros ASTOC Architects and Planners ebnete den Weg und machte das enorme Potenzial für die vielfältige Nutzung des Geländes deutlich. Im Blickpunkt standen auch das spezielle städtische Umfeld und der lebendige Charakter des Quartiers. Ehrenfeld ist multikulturell geprägt und insbesondere bei jungen Erwachsenen sehr beliebt.

Zielsetzung der GAG Immobilien AG für die Neubebauung des rund 25.000 Quadratmeter großen Areals war es deshalb, die Vielfalt der Nachbarschaft als Eigenschaft des Quartiers durch eine differenzierte und vielgestaltige architektonische Lösung fortzuführen. Zugleich sollte ein autofreier öffentlicher Raum entstehen, der die unterschiedlichen Nutzungen Wohnen, Gewerbe und Arbeiten zeitgemäß verbindet.

Anders Wohnen und Arbeiten

Wer sich heute in der Siedlung umschaut und die Baustruktur aus unterschiedlichen Perspektiven erfasst, wird schnell realisieren, dass nicht die größtmögliche wirtschaftliche Verwertung der Fläche die Detailplanungen als priorisiertes Ziel bestimmte. Vielmehr gliederten die Planer das Ensemble durch mehrere sehr gut nutzbare Freiflächen. Sie bilden als öffentliche, halböffentliche und private Abschnitte natürliche übergänge zwischen den Gebäuden. Gleichwohl entstanden trotz der großzügigen Freiflächen insgesamt 241 Wohnungen – 56 davon sind öffentlich gefördert. Der Mix reicht von der Zwei- bis zur Fünfzimmerwohnung, die Größen liegen zwischen 45 und 150 Quadratmetern. Alle Wohnungen verfügen über einen Balkon, eine Terrasse oder eine Dachterrasse. Durch eine Tiefgarage mit 262 Stellplätzen wird eine ruhige Grundebene geschaffen. Alle Treppenräume sind mit der Tiefgarage verbunden.

Lebendiges Quartier

Aufgrund der heterogenen Umgebung mit unterschiedlichen Bauten wurde für das Planungsgebiet ein Punkthauskonzept umgesetzt, das sich in das Quartier einpasst und zudem optimale Bedingungen für die unterschiedlichen Nutzungen in einem Mischgebiet bietet. Die einzelnen „Punkte“ versetzen sich in paralleler Ausrichtung zum Grünen Weg zueinander und variieren in der Höhe zwischen drei und acht Geschossen. Die Punkthausstruktur bildet in dem vorhandenen Kontext eine adäquate Möglichkeit, Wohnen und Arbeiten zu verbinden. Die 15 kubischen Gebäude mit ihrer individuellen Formensprache, hoher Dichte und differenzierten Grünflächen schaffen vielfältige lebendige Perspektiven.

Durch die verwandte und doch unterscheidbare Architektursprache von ASTOC Architects and Planners, Lorber Paul Architekten und Molestina Architekten gleicht kein Gebäude dem anderen und doch fügen sich alle Elemente zu einem unverwechselbaren Ganzen. Insgesamt bieten die mit Fernwärme beheizten Wohnungen rund 19.000 Quadratmeter Wohnfläche. Dazu kommen 86 Gewerbeeinheiten in vier Gebäuden mit einer Nutzfläche von rund 8.700 Quadratmetern. Geeignet sind die Büroräume für kleinere bis mittlere Unternehmen.

Eine besondere Attraktion im Viertel ist die neue Spielstätte des Kölner Künstler Theaters mit 140 Zuschauerplätzen. Das Theater mit einem Café, aber auch eine Kindertagesstätte bilden beliebte Treffpunkte. Einzelhandelsflächen in den Erdgeschossen beleben die Punkthaustypologie. Die oberen Geschosse beinhalten vielfältige geförderte wie auch frei finanzierte Wohnungstypen und eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Die überwiegend öffentlich zugänglichen Grünanlagen mit differenziert gestalteten Spielplätzen und Sitzecken unterstreichen als verbindende Elemente die urbane Qualität des Quartiers Grüner Weg.

Fotos: Jens Willebrand