ObjektMuseumsquartier, Leipzig
Bernstein-Carré
BauherrOFB Projektentwicklung, Frankfurt am Main
Planungklm-Architekten, Leipzig
Fertigstellung2017
FassadenelementeHFB Engineering, Leipzig (Glasfaserbeton); Metallbau Medicke (Aluminiumfenster)
Fassadealsecco Fassadendämmsystem, Rahmenprofile Faceboard, edition Naturstein
ibis-Hotel
BauherrBenchmark Real Estate Development
EntwurfsplanungRKW Architektur +, Leipzig
AusführungsplanungMarggraf Architektur, Leipzig
Fertigstellung2014
Fassadealsecco Fassadendämmsystem, Rahmenprofile Faceboard, edition Naturstein
Katharinum
BauherrKondor Wessels Berlin GmbH
PlanungFuchshuber Architekten, Leipzig
Fertigstellung2010
Fassadealsecco Fassadendämmsystem, Dekorprofile Faceboard

Mit der Eröffnung des Bernstein-Carrés an der Nordwestflanke des Grundstücks wurde das als urbaner „Bilderrahmen“ konzipierte Ensemble des Museumsquartiers nach rund 17 Jahren Bautätigkeit vollendet. Der mit filigranen Fassaden in Sandsteinoptik ausgebildete Bau integriert auf sechs Ebenen mit einer Nutzfläche von 6.000 Quadratmetern rund 3.000 Quadratmeter Büroflächen, 1.800 Quadratmeter Flächen für Gastronomie und Gewerbe sowie 18 Wohnungen mit schönem Blick auf die angrenzenden Barockfassaden.

Aus dem deutschlandweit ausgeschriebenen Fassadenwettbewerb für das Bernstein-Carré ging 2014 das Büro klm- Architekten als Sieger hervor. „Eine wichtige Vorgabe war, dass sich der Neubau harmonisch ins Stadtbild einfügt und nicht mit dem mittig platzierten Museum in Konkurrenz tritt“, beschreibt Projektarchitekt Thomas Hille die anspruchsvolle Bauaufgabe.

Elegante Detaillierung

Um eine enge Verbindung zum städtebaulichen Umfeld zu erreichen, wurde der Winkel des Bernstein-Carrés nicht als einheitlicher Block realisiert, sondern in Anlehnung an die historischen Grundstücksparzellen in ablesbare Gebäudeabschnitte unterteilt. Auch für die Fassade orientierten sich die Architekten an der städtebaulichen Historie: „Ob König-Albert-Haus oder Speck’s Hof – Leipzigs Messepaläste waren immer sehr plastisch gestaltet“, erklärt Thomas Hille. „Für die Gestaltung des Bernstein- Carrés haben wir dieses Stilmittel zeitgemäß aufgegriffen.“

Im Ergebnis entstand eine rhythmisch gegliederte und plastisch elegant mit Lisenen und konkaven Wölbungen ausgearbeitete Außenhülle, die sich trotz ihrer modernen Ausstrahlung ganz selbstverständlich in das historisch gewachsene Stadtbild einfügt.

Für die Gestaltung der VHF-Fassade kamen unterschiedlich große und unterschiedlich ausgeformte Elemente aus Glasfaserbeton in Natursteinoptik zum Einsatz. Die Tafeln wurden entsprechend der vorliegenden Planung als individuelle Sonderanfertigung geliefert. Als besondere Herausforderung erwies sich die Ausarbeitung der konkaven Wölbungen sowie der geschwungenen Lisenen.

Um die historische Parzellierung ablesbar zu machen, wurde außer der vorgehängten, hinterlüfteten Betonfassade auch eine geputzte Fassade mit einem WDV-System realisiert: „Dabei haben wir die profilierten Fenster einschließlich der geformten Aluminiumlisenen in einem geänderten Farbton fortgeführt“, so Thomas Hille. Der Anschluss an die Fensterrahmen erfolgte analog zum Katharinum sowie zum ibis-Hotel mit speziell geformten Faceboard- Dekorprofilen, die die konkaven Radien der Betonfassade aufnehmen. Das abwechslungsreiche Fassadenbild fügt sich trotz aller Modernität sensibel in die Umgebung ein. Der Lückenschluss zwischen Katharinenstraße und Brühl ist den Planern also vollauf gelungen.

Fotos: Hanno Keppel