ObjektGemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde, Bad Hersfeld
BauherrGesamtverband der evangelischen Kirchengemeinde
Hersfeld-Rotenburg, Bad Hersfeld
PlanungDorbritz Architekten, Bad Hersfeld
FassadeAlprotect Quattro
Ausführung FassadeRichardt GmbH & Co. KG,
Bebra

Zwei Aufgaben standen bei der Planung des neuen Gemeindezentrums in Bad Hersfeld im Mittelpunkt. Einerseits war Ersatz zu schaffen für das inzwischen abgerissene alte Gebäude im Kurpark. Zum anderen galt es, den Treffpunkt kirchlichen Lebens zurück in die historische Altstadt zu holen. Deshalb fiel die Entscheidung, das neue Martin-Luther-Haus auf einem Grundstück in exponierter Lage unmittelbar am Kirchplatz in direkter Nachbarschaft zum ältesten Fachwerkhaus der Stadt, dem Küsterhaus von 1452, gegenüber der Stadtkirche, zu errichten.

Doch wie baut man neben einem 550 Jahre alten Fachwerkveteranen, ohne ihn alt aussehen zu lassen, und zugleich mit dem Anspruch, für das neue Gebäude eine eigenständige und moderne Formensprache zu finden?

Die Authentizität und die Funktionalität des Neubaus hatten stets Priorität.

„Natürlich mussten wir uns im Planungsprozess der beeindruckenden Vergangenheit des Fachwerkensembles stellen“, erklärt dazu Architekt Frank Dorbritz. „Aber von ihr allein wollten wir uns nicht leiten lassen. Die Authentizität und die Funktionalität des Neubaus hatten stets Priorität“, so der Architekt. Dieser Ansatz spiegelt sich heute im Erscheinungsbild des markanten Neubaus zweifellos wider.

Uralt neben Ultramodern

Monolithisch, expressiv geformt, überwiegend geschlossen sowie anthrazit- und teilweise sandfarben verputzt, präsentiert sich das neue Gemeindezentrum zur Straße selbstbewusst an der Seite seiner mittelalterlichen Nachbarn. Dennoch nimmt der Neubau durchaus Bezug auf die besondere Historie des Ortes und vermittelt trotz – oder gerade wegen – seiner architektonischen Eigenständigkeit zwischen Tradition und Moderne.

Die Fassaden springen leicht vor und zurück, verengen und weiten sich zu Durchblicken, fassen ein und überdachen. Zum Kirchplatz sind die Öffnungen zurückhaltend gestaltet, nach innen zum geschützten Hof dagegen schaffen transparente Bauteile helle und lichtdurchflutete Räume. Das Dach ist als kombinierte Flach- und Satteldachkonstruktion ausgeführt. Letztere nimmt die Form der umliegenden historischen Bausubstanz auf.