ObjektChristuskirche, Köln
BauherrEvangelische Gemeinde Köln
PlanungMaier Architekten, Köln
in einer Arbeitsgemeinschaft mit
Klaus Hollenbeck Architekten, Köln
Fassadealsecco Fassadendämmsystem
Ausführung FassadeHüma Hochbau, Frechen

Der Umbau der Kölner Christuskirche zeigt eine besondere Lösung für den Erhalt und Umnutzung leer stehender Kirchen. Nach mehrjähriger Planung und zweijähriger Umbauphase präsentiert sich das imposante Bauwerk mit dem 77 Meter hoch aufragenden Turm seit Ende September 2016 in deutlich veränderter Gestalt.

Im Zuge des Umbaus wurde das stark sanierungsbedürftige Kirchenschiff durch einen deutlich kleineren, lediglich noch 200 Plätze fassenden neuen Kirchenraum mit Cortenstahl-Fassade ersetzt. Angrenzend an den historischen Kirchturm und das neue Kirchenschiff flankieren zwei weiß verputzte, jeweils fünf Geschosse hohe Gebäudeflügel mit Gemeinderäumen, Mietwohnungen und Gewerbeeinheiten einen neu geschaffenen Innenhof. Im Zusammenspiel der verschiedenen Elemente entstand ein schlüssiges und kontrastreich in Szene gesetztes Gesamtensemble mit überraschendem Zusammenspiel von Alt und Neu, das trotz erweiterter Nutzung nichts von seiner ursprünglichen Würde verloren hat.

Abstrakte Skulptur

Zusätzliche Qualität erhält das Ensemble durch die skulptural-abstrakte Detaillierung der beiden Seitenflügel, die sich ganz bewusst von der Gestaltung üblicher Wohnbauten abhebt. Die sich nach oben sowie zur Straße hin deutlich verjüngende plastische Form, die verschieden großen, dabei unregelmäßig angeordneten Fensteröffnungen, die geschlossenen Stirnseiten sowie die zurückspringenden Loggien unterstreichen gemeinsam die besondere Bedeutung des Ensembles, lassen aber die konkrete Nutzung sowie die exakte Geschosshöhe der beiden Baukörper lediglich erahnen. Zusätzliche Aufenthaltsqualität bieten die begrünten Flachdächer sowie der neu geschaffene Innenhof, der mit seiner Bepflanzung die Idee alter Klostergärten aufgreift.

Fotos Axel Hartmann